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Gottfried Benn

The following description of Gottfried Benn’s life is quoted from:  http://www.greeninteger.com) “The son of a Lutheran minister and a mother of French-Swiss extraction, Gottfried Benn was raised in the small German village of Mansfeld, in an area which is now part of Poland. There he was educated privately and in the Gymnasium at Frankfurt an der Oder, living in the same boarding-house as did the poet Klabund. In 1903, following his father’s desires, he entered the University of Marbach, studying theology and philosophy. But he soon switched to medicine at the Kaiser Wilhelm Akademie, a part of the University of...

Benn – Gehirne (1916)

Leipzig, Kurt Wolff Verlag, 1916  Gehirne Rönne, ein junger Arzt, der früher viel seziert hatte, fuhr durch Süddeutschland dem Norden zu. Er hatte die letzten Monate tatenlos verbracht; er war zwei Jahre lang an einem pathologischen Institut angestellt gewesen, das bedeutet, es waren ungefähr zweitausend Leichen ohne Besinnen durch seine Hände gegangen, und das hatte ihn in einer merkwürdigen und ungeklärten Weise erschöpft. Jetzt saß er auf einem Eckplatz und sah in die Fahrt: es geht also durch Weinland, besprach er sich, ziemlich flaches, vorbei an Scharlachfeldern, die rauchen von Mohn. Es ist nicht allzu heiß; ein Blau flutet durch...

Gottfried Benn – Poems

Gottfried Benn über Dichtung und Leben: Die Dichtung bessert nicht, aber sie tut etwas viel Entscheidenderes: sie verändert. […] Alle Dinge wenden sich um, alle Begriffe und Kategorien verändern ihren Charakter in dem Augenblick, wo sie unter Kunst betrachtet werden, wo sie sie stellt, wo sie sich ihr stellen. Sie bringt ins Strömen, wo es verhärtet und stumpf und müde war, in ein Strömen, das verwirrt und nicht zu verstehen ist, das aber an Wüste gewordene Ufer Keime streut, Keime des Glücks und Keime der Trauer, das Wesen der Dichtung ist Vollendung und Faszination. (Soll die Dichtung das Leben bessern?“...