Tagged: Franz Kafka

Franz Kafka: Before The Law

BEFORE THE LAW stands a doorkeeper. To this doorkeeper there comes a man from the country and prays for admittance to the Law. But the doorkeeper says that he cannot grant admittance at the moment. The man thinks it over and then asks if he will be allowed in later. “It is possible,” says the doorkeeper, “but not at the moment.” Since the gate stands open, as usual, and the doorkeeper steps to one side, the man stoops to peer through the gateway into the interior. Observing that, the doorkeeper laughs and says: “If you are so drawn to it,...

Kafka: In der Strafkolonie

In der Strafkolonie (In the Penal Colony) “Es ist ein eigentümlicher Apparat”, sagte der Offizier zu dem Forschungsreisenden und überblickte mit einem gewissermaßen bewundernden Blick den ihm doch wohlbekannten Apparat. Der Reisende schien nur aus Höflichkeit der Einladung des Kommandanten gefolgt zu sein, der ihn aufgefordert hatte, der Exekution eines Soldaten beizuwohnen, der wegen Ungehorsam und Beleidigung des Vorgesetzten verurteilt worden war. Das Interesse für diese Exekution war wohl auch in der Strafkolonie nicht sehr groß. Wenigstens war hier in dem tiefen, sandigen, von kahlen Abhängen ringsum abgeschlossenen kleinen Tal außer dem Offizier und dem Reisenden nur der Verurteilte, ein...

Kafka Denkmal Prag

Kafka: Das Urteil

Eine Geschichte Für F. Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, verschloß ihn in spielerischer Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, aus dem Fenster auf den Fluß, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer mit ihrem schwachen Grün. Er dachte darüber nach, wie dieser Freund, mit...

Kafka: Die Verwandlung

Die Verwandlung (The Metamorphosis) Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen. “Was ist mit mir geschehen?” dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu kleines Menschenzimmer, lag...

Kafka: Brief an den Vater

Liebster Vater, Du hast mich letzthin einmal gefragt, warum ich behaupte, ich hätte Furcht vor Dir. Ich wußte Dir, wie gewöhnlich, nichts zu antworten, zum Teil eben aus der Furcht, die ich vor Dir habe, zum Teil deshalb, weil zur Begründung dieser Furcht zu viele Einzelnheiten gehören, als daß ich sie im Reden halbwegs zusammenhalten könnte. Und wenn ich hier versuche Dir schriftlich zu antworten, so wird es doch nur sehr unvollständig sein, weil auch im Schreiben die Furcht und ihre Folgen mich Dir gegenüber behindern und weil überhaupt die Größe des Stoffs über mein Gedächtnis und meinen Verstand weit...

Kafka – Gesetz und Hölle

“Dieses Leben scheint unerträglich, ein anderes unerreichbar…” VOR DEM EINGANG ZUR HÖLLE Aus einem Brief Kafkas an Oskar Pollak, 8.11.1903: “Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im Walde. Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen vor einander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie...

Franz Kafka

Biography: Kafka was born July 3, 1883, into a middle class German-speaking Jewish family in Prague, in the Austrian province of Bohemia, inside the Austro-Hungarian Empire. His father was the Galanteriewaren merchant Hermann Kafka (1852-1931) and his mother was Julie Kafka, nee Löwy (1856-1934). Although his native language was German, he also learned Czech as a child, and spoke it fluently throughout his life. He also had some knowledge of French language and culture; one of his favorite authors was Flaubert and he had a sentimental affinity for Napoleon. He had two brothers, Georg and Heinrich, neither of whom lived...