Category: Poetry

W. H. Auden: The Shield of Achilles. 1952

Introduction to the poem from the Wikipedia: “Auden’s poem is written in two different stanza forms, one form with shorter lines, the other with longer lines. The stanzas with shorter lines describe the making of the shield by the god Hephaestus, and report the scenes that Achilles’ mother, the Nereid Thetis, expects to find on the shield and which Hephaestus, in Auden’s version, does not make. Thetis expects to find scenes of happiness and peace like those described by Homer. The stanzas with longer lines describe the scenes of a barren and impersonal modern world that Hephaestus creates in Auden’s version. In the...

W. H. Auden: September 1, 1939

This poem by W. H. Auden (1907-1973), marks the beginning of World War II, which started with the German invasion of Poland on September 1, 1939. He is an analyst of the times, and his deep insights are as true today as they were in September 1939: Those to whom evil is done, do evil in return… The enlightenment driven away, the habit-forming pain, mismanagement, and grief…. For the error bred in the bone of each woman and each man, craves what it cannot have, not universal love, but to be loved alone…..All I have is a voice, to undo the folded...

Paul Celan: Mohn und Gedächtnis. 1952

Ein Lied in der Wüste Ein Kranz ward gewunden aus schwärzlichem Laub in der Gegend von Akra: dort riß ich den Rappen herum und stach nach dem Tod mit dem Degen. Auch trank ich aus hölzernen Schalen die Asche der Brunnen von Akra und zog mit gefälltem Visier den Trümmern der Himmel entgegen. Denn tot sind die Engel und blind ward der Herr in der Gegend von Akra, und keiner ist, der mir betreue im Schlaf die zur Ruhe hier gingen. Zuschanden gehaun ward der Mond, das Blümlein der Gegend von Akra: so blühn, die den Dornen es gleichtun, die...

Beckett: What is the Word. 1989  

folly – folly for to – for to – what is the word – folly from this – all this – folly from all this – given – folly given all this – seeing – folly seeing all this – this – what is the word – this this – this this here – all this this here – folly given all this – seeing – folly seeing all this this here – for to – what is the word – see – glimpse – seem to glimpse – need to seem to glimpse – folly for to need to...

Basic Desires

I want to live I want to know I want to love I want to be loved I love to know I want to eat I want to sleep I want to dream I want to die   Copyright @Jurgen Braungardt, 2014.

Ann Sexton – More Poems

Her poems are like music, and her confessional style is at times breath-taking. No matter how many poems she writes, the emotional pain never goes away.   Her Kind I have gone out, a possessed witch, haunting the black air, braver at night; dreaming evil, I have done my hitch over the plain houses, light by light: lonely thing, twelve-fingered, out of mind. A woman like that is not a woman, quite. I have been her kind. I have found the warm caves in the woods, filled them with skillets, carvings, shelves, closets, silks, innumerable goods; fixed the suppers for...

T.S.Eliot

Thou hast nor youth nor age But as it were an after dinner sleep. Dreaming of both. Biography (Quoted from the official Nobel Prize Website) Thomas Stearns Eliot (1888-1965) was born in St. Louis, Missouri, of an old New England family. He was educated at Harvard and did graduate work in philosophy at the Sorbonne, Harvard, and Merton College, Oxford. He settled in England, where he was for a time a schoolmaster and a bank clerk, and eventually literary editor for the publishing house Faber & Faber, of which he later became a director. He founded and, during the seventeen...

Akhmatova: Requiem

Not under foreign skies Nor under foreign wings protected – I shared all this with my own people There, where misfortune had abandoned us. [1961] INSTEAD OF A PREFACE During the frightening years of the Yezhov terror, I spent seventeen months waiting in prison queues in Leningrad. One day, somehow, someone ‘picked me out’. On that occasion there was a woman standing behind me, her lips blue with cold, who, of course, had never in her life heard my name. Jolted out of the torpor characteristic of all of us, she said into my ear (everyone whispered there) – ‘Could...

Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin  (1770-1843) wurde am 20.3.1770 in Lauffen am Neckar geboren Sein Vater war ein Klosterpfleger, die Mutter Pastorentochter. Er erhielt eine pietistische Erziehung durch Mutter Großmutter und Tante. Bis 1784 besuchte er Schulen in Nürtingen und Denkendorf. Da er von den Eltern zum Theologen bestimmt war, besuchte er das Seminar in Maulbronn, von 1788 bis 1793 studierte er am Theologischen Seminar in Tübingen. Hölderlin war mit Hegel und Schelling befreundet. Er hatte eine wachsende Abneigung gegen den Pfarrerberuf und wurde 1793/94 auf Empfehlung von Schiller Hauslehrer bei Charlotte von Kalb in Waltershausen, Thüringen. 1794 besuchte er die Universität in...

Paul Celan Poetry

So bist du denn geworden So bist du denn geworden wie ich dich nie gekannt: dein Herz schlägt allerorten in einem Brunnenland, wo kein Mund trinkt und keine Gestalt die Schatten säumt, wo Wasser quillt zum Scheine und Schein wie Wasser schäumt. Du steigst in alle Brunnen, du schwebst durch jeden Schein. Du hast ein Spiel ersonnen, das will vergessen sein.   [wpcol_1half id=”” class=”” style=””]   Was geschah? Was geschah? Der Stein trat aus dem Berge. Wer erwachte? Du und ich. Sprache. Sprache. Mit-Stern. Neben-Erde. Aermer. Offen. Heimatlich. Wohin gings? Gen Unverklungen. Mit dem Stein gings, mit uns zwein....

Miscellaneous Rilke Poems

Archaïscher Torso Apollos Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt, darin die Augenäpfel reiften. Aber sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber, in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt, sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug der Brust dich blenden, und im leisen Drehen der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen zu jener Mitte, die die Zeugung trug. Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz unter der Schultern durchsichtigem Sturz und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle; und bräche nicht aus allen seinen Rändern aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben...

Zehnte Duineser Elegie

Daß ich dereinst, an dem Ausgang der grimmigen Einsicht, Jubel und Ruhm aufsinge zustimmenden Engeln. Daß von den klar geschlagenen Hämmern des Herzens keiner versage an weichen, zweifelnden oder reißenden Saiten. Daß mich mein strömendes Antlitz glänzender mache; daß das unscheinbare Weinen blühe. O wie werdet ihr dann, Nachte, mir lieb sein, gehärmte. Daß ich euch knieender nicht, untröstliche Schwestern, hinnahm, nicht in euer gelöstes Haar mich gelöster ergab. Wir, Vergeuder der Schmerzen. Wie wir sie absehn voraus, in die traurige Dauer, ob sie nicht enden vielleicht. Sie aber sind ja unser winterwähriges Laub, unser dunkeles Sinngrün, eine der Zeiten...

Neunte Duineser Elegie

 Warum, wenn es angeht, also die Frist des Daseins hinzubringen, als Lorbeer, ein wenig dunkler als alles andere Grün, mit kleinen Wellen an jedem Blattrand (wie eines Windes Lächeln) -: warum dann Menschliches müssen – und, Schicksal vermeidend, sich sehnen nach Schicksal?… Oh, nicht, weil Glück ist, dieser voreilige Vorteil eines nahen Verlusts. Nicht aus Neugier, oder zur Übung des Herzens, das auch im Lorbeer wäre….. Aber weil Hiersein viel ist, und weil uns scheinbar alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das seltsam uns angeht. Uns, die Schwindendsten. Ein Mal jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nicht mehr. Und...

Achte Duineser Elegie

Mit allen Augen sieht die Kreatur das Offene. Nur unsre Augen sind wie umgekehrt und ganz um sie gestellt als Fallen, rings um ihren freien Ausgang. Was draußen ist, wir wissens aus des Tiers Antlitz allein; denn schon das frühe Kind wenden wir um und zwingens, daß es rückwärts Gestaltung sehe, nicht das Offne, das im Tiergesicht so tief ist. Frei von Tod. Ihn sehen wir allein; das freie Tier hat seinen Untergang stets hinter sich und vor sich Gott, und wenn es geht, so gehts in Ewigkeit, so wie die Brunnen gehen. Wir haben nie, nicht einen einzigen Tag,...

Siebte Duineser Elegie

Werbung nicht mehr, nicht Werbung, entwachsene Stimme, sei deines Schreies Natur; zwar schrieest du rein wie der Vogel, wenn ihn die Jahreszeit aufhebt, die steigende, beinah vergessend, daß er ein kümmerndes Tier und nicht nur ein einzelnes Herz sei, das sie ins Heitere wirft, in die innigen Himmel. Wie er, so würbest du wohl, nicht minder -, daß, noch unsichtbar, dich die Freundin erführ, die stille, in der eine Antwort langsam erwacht und über dem Hören sich anwärmt, – deinem erkühnten Gefühl die erglühte Gefühlin. O und der Frühling begriffe -, da ist keine Stelle, die nicht trüge den Ton...

Sechste Duineser Elegie

Feigenbaum, seit wie lange schon ists mir bedeutend,wie du die Blüte beinah ganz überschlägstund hinein in die zeitig entschlossene Frucht,ungerühmt, drängst dein reines Geheimnis.Wie der Fontäne Rohr treibt dein gebognes Gezweigabwärts den Saft und hinan: und er springt aus dem Schlaf,fast nicht erwachend, ins Glück seiner süßesten Leistung.Sieh: wie der Gott in den Schwan.…… Wir aber verweilen,ach, uns rühmt es zu blühn, und ins verspätete Innreunserer endlichen Frucht gehn wir verraten hinein.Wenigen steigt so stark der Andrang des Handelns,daß sie schon anstehn und glühn in der Fülle des Herzens,wenn die Verführung zum Blühn wie gelinderte Nachtluftihnen die Jugend des Munds,...

Fünfte Duineser Elegie

Wer aber sind sie, sag mir, die Fahrenden, diese ein wenig Flüchtigern noch als wir selbst, die dringend von früh an wringt ein wem, wem zu Liebe niemals zufriedener Wille? Sondern er wringt sie, biegt sie, schlingt sie und schwingt sie, wirft sie und fängt sie zurück; wie aus geölter, glatterer Luft kommen sie nieder auf dem verzehrten, von ihrem ewigen Aufsprung dünneren Teppich, diesem verlorenen Teppich im Weltall. Aufgelegt wie ein Pflaster, als hätte der Vorstadt Himmel der Erde dort wehe getan. Und kaum dort, aufrecht, da und gezeigt: des Dastehns großer Anfangsbuchstab…, schon auch, die stärksten Männer, rollt...

Vierte Duineser Elegie

O Bäume Lebens, o wann winterlich? Wir sind nicht einig. Sind nicht wie die Zug- vögel verständigt. Überholt und spät, so drängen wir uns plötzlich Winden auf und fallen ein auf teilnahmslosen Teich. Blühn und verdorrn ist uns zugleich bewußt. Und irgendwo gehn Löwen noch und wissen, solang sie herrlich sind, von keiner Ohnmacht. Uns aber, wo wir Eines meinen, ganz, ist schon des andern Aufwand fühlbar. Feindschaft ist uns das Nächste. Treten Liebende nicht immerfort an Ränder, eins im andern, die sich versprachen Weite, Jagd und Heimat. Da wird für eines Augenblickes Zeichnung ein Grund von Gegenteil bereitet, mühsam,...

Dritte Duineser Elegie

Eines ist, die Geliebte zu singen. Ein anderes, wehe, jenen verborgenen schuldigen Fluß-Gott des Bluts. Den sie von weitem erkennt, ihren Jüngling, was weiß er selbst von dem Herren der Lust, der aus dem Einsamen oft, ehe das Mädchen noch linderte, oft auch als wäre sie nicht, ach, von welchem Unkenntlichen triefend, das Gotthaupt aufhob, aufrufend die Nacht zu unendlichem Aufruhr. O des Blutes Neptun, o sein furchtbarer Dreizack. O der dunkele Wind seiner Brust aus gewundener Muschel. Horch, wie die Nacht sich muldet und höhlt. Ihr Sterne, stammt nicht von euch des Liebenden Lust zu dem Antlitz seiner Geliebten?...